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  • AutorenbildChristian Einig

Rastafari Livity: Ernährung & Ital Food

Aktualisiert: 25. Apr.

Wie ernährt sich ein Rasta? Worauf achtet er, was ist im wichtig, was sind No-Go´s und was davon macht vielleicht für jeden Sinn? Darum geht’s in diesem Blog-Beitrag.

 

Vital Food = Ital Food

Vielleicht eins vorneweg: Nichts von den Regeln, Gewohnheiten oder Ernährungsweisen der Rastafari sollte zu dogmatisch angesehen oder betrachtet werden. Jeder möge sich doch bitte so ernähren, wie es ihm zusagt! Es geht nicht darum, jemanden zu missionieren, zu überzeugen oder andere Verhaltensweisen in Sachen Ernährung gar zu verurteilen.

Im klassischen Ursprung und im Bereich Traditional Livity ist für die Rastas eine gesunde, nachhaltige, vegane und vitaminreiche Ernährung von sehr großer Bedeutung! Wir sind nicht unser Körper, aber ein gesunder Körper ist nun mal eine große Voraussetzung für ein gesundes Leben insgesamt! Rastas achten sehr darauf, sich vital (= Ital in Patois) und gesund zu ernähren. Ich versuche das ganz ein bisschen zu gliedern und nicht zu tief zu graben. Am Ende kommt es darauf an, was du selbst als „normal“, vital, gesund, natürlich und nachhaltig betrachtest und nicht, was andere sagen, denken oder tun!


Nachhaltig Rastafari steht für Nachhaltigkeit in unserem grundsätzlichen Denken und Handeln. Ich spanne aber sofort den Bogen zur Ernährung, darum geht’s schließlich in diesem Beitrag. Zu Nachhaltig sagt Wikipedia „Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip bei der Nutzung von Ressourcen. Hierbei soll eine dauerhafte Bedürfnisbefriedigung gewährleistet werden, indem die natürliche Regenerationsfähigkeit der beteiligten Systeme bewahrt wird, vor allem von Lebewesen und Ökosystemen.“. Und genau so sollte auch die Auswahl der Nahrung ausfallen. Verbrauche nur in der Form, dass die natürliche Regenerationsfähigkeit der beteiligten Systeme möglich ist! Weiter muss ich das nicht ausführen, oder?

Gesund Für die Rastafari wird der Körper (ja, hier gibt es Analogien zum Buddhismus) als Tempel angesehen, den es gilt fit, gesund und vital zu halten. Das heißt, das grundsätzliche ungesunde Lebensmittel nicht auf dem Speiseplan der Rastas steht. In erster Linie werden also viel Gemüse, Reis, Kartoffeln, Obst, Kräuter, natürliche Gewürze und Zutaten, … verwendet. Ich spanne gleich den Bogen zu meiner Interpretation, bzw. wie sich eine Ital-Ernährung in der westlichen Welt rasta-like umsetzen lassen kann. Generell ist für einen Rastafari eine vitale Funktion des Körpers Grundvoraussetzung für richtige Gedanken, richtige Taten, richtige Energie und am Ende auch um die Verbindung zu Jah nicht zu verlieren, bzw. diese zu finden.  

Natürlich(keit) Rastas ernähren sich von den Geschenken, die ihnen die Natur schenkt. Ich spreche hier von frischem Obst & Gemüse, was im Garten wächst, von Kräutern, die je nach Bedarf für unterschiedlichste Dinge und Situationen verwendet werden, von einem Leben in Einklang mit den natürlichen Gegebenheiten! Was für einen Rasta aus Jamaica „natürlich“ ist, ist für einen Rasta aus London vielleicht nicht „natürlich“ und andersherum genauso. Aber jeder kann sich immerzu die Frage stellen, ob es wirklich natürlich ist, eine Coca-Cola zu trinken, oder ob es nicht natürlicher wäre, ein Wasser zu nehmen ;-) Egal wo auf dem Planeten…

Ausgewogen und in Maßen Wie mit allem auf Erden, sollte stehts auf eine Ausgewogenheit geachtet werden. Nahezu nichts auf der Welt ist in Massen gesund. Bananen (werden übrigens in unterschiedlichsten Formen in vielen Rasta-Gerichten verwendet) sind an sich ziemlich gesund! Wer allerdings 10 Bananen am Tag isst, spürt recht bald, was er davon hat. So geht es mit fast allem auf der Welt! Rastas achten darauf, sich ausgewogen zu ernähren und Rasta, die nicht ständig und immer auf Ernährungsregeln und -Pflichten achten, schauen dennoch, dass ungesunde Dinge in Maßen passieren! Um zurück zur Coca-Cola zu kommen: Wer eine Coca-Cola im Monat trinkt, wird seinen Körper wahrscheinlich nicht nachhaltig vergiften oder schaden. Wer eine Cola pro Tag trinkt, wird die Alarmsignale seines Körpers irgendwann spüren… Also hinterfrage dich doch selbst, ob deine Lebensweise in Bezug auf deine Ernährung ausgewogen und „natürlich“ ist. Du kennst die Antwort für dich – andere Antworten sind ohnehin dann belanglos… Wir alle ernähren uns nicht ständig und immer gesund und ausgewogen – aber dann sollten die ungesunden Dinge nur in Maßen stattfinden – so die Rasta-Sicht darauf.

 

Essen (Slow-Food und kein Fast-Food!)

Also, was steht denn jetzt tatsächlich auf dem Speiseplan der Rastas?! Wer gerne kocht, andere Geschmäcker zulässt und gerne experimentiert, dem Empfehle ich das Buch „Rastafari Kochbuch: Die leckersten Ital Rastafari Rezepte für jeden Geschmack und Anlass - inkl. Fingerfood, Desserts & Getränken“. Hier finden sich gute und einfache Rezepte, die sich auch mit Zutaten, die es bei uns zu kaufen gibt, einfach kochen lassen.


Hier eine kleine Auswahl an Speisen und Gerichten, über die sich jeder Rasta freut (und die du auch in dem Buch findest):


  • Zum Tagesstart: Peanut-Porridge, Ackee-French-Toast, frittierte Kochbananen, jamaikanischer Maisbrei.

  • Mittag / Abend: Jamaikanischer Rote-Erbsen-Suppe, Bananen-Kartoffel-Salat, Callaloo-Krapfen, Knoblauchbrot, Rasta-Pasta, gewürzter Linsenbolognese, gebratenem Okra-Reis, Potato-Stew-Kartoffeleintopf, Jerk-Tofu-Steaks mit Ahornglasur, Gemüse-Mango-Chutney, Okra-Butterbohnen-Curry, Jackfruitauflauf

  • Nachtisch und Süßes: Mango-Ananas-Crumble, Süßkartoffelkuchen, Rastafari Lemonade, Kurkuma-Bananen-Smoothie

Rastafari töten keine Tiere, um sich zu ernähren! Tiere nachhaltig töten ist eine nahezu unmögliche Sache UND durch den Akt würde man sich ja über das Lebewesen stellen. Das ist nicht Rastafari. Rastas verzichten auf Fleisch und tierische Produkte. An dieser Stelle sei noch mal erwähnt, dass auch diese Regeln nicht zu dogmatisch und absolut angesehen werden sollte. In Äthiopien, Jamaica und überall auf der Welt gibt es auch Rastas, die Fisch essen, sich mal ein Ei gönnen oder die Regeln für sich interpretieren. Do your own thing – but with consciousness!


Rasta-Food ist übrigens nie Fast-Food, sondern eher Slow-Food! Lasst uns bewusst essen und trinken und bewusst Nahrung zu uns nehmen. In aller Ruhe, ohne Ablenkung, nicht Zwischendurch, auf dem Sprung oder sonst wo. Ernährung ist elementar für ein gesundes Leben, also lasst uns die notwendige Zeit dafür nehmen.

 

Trinken

Auch beim Thema Trinken treffen die oben genannten Attribute zu: Es werden viel Wasser, Tee und natürliche Säfte getrunken. Chemische und industriell hergestellte Getränke sind eigentlich nichts für einen Rasta. Auch Alkohol ist übrigens Tabu für die Rastafari! Frisch gepresste Säfte und Smoothies geben Kraft für jede Lebenslage. Ein Rasta zieht einen frisch gepressten Saft jedem Softdrink oder dergleichen vor. Da sind wir auch wieder bei den Themen Gesund und Natürlich.


Und in Babylon?

Tja, wie spanne ich jetzt den Bogen zu unserer westlichen Welt… Vielleicht sollte man grundsätzlich festhalten und verstehen, dass man das Leben in Äthiopien oder Jamaica nicht mit dem Leben in Deutschland vergleichen kann. Es ist tatsächlich eine andere Welt, eine andere Kultur mit anderen Regeln, Gepflogenheiten, Gewohnheiten und Co. Und es ist aus meiner Sicht quatsch (und unmöglich!) eine andere Kultur mit allem was dazu gehört, woanders hinzuübertragen! Es geht schlichtweg nicht. Darum geht es auch nicht, denn was in Trench Town normal ist, ist in Berlin nicht normal und was in München normal ist, ist in Kingston alles andere als normal. Also schon mal die erste Ableitung: Natürlichkeit bezieht sich immer auf das Umfeld, auf die Gesellschaft, auf den Ort, auf die Möglichkeiten, etc.


Das bedeutet für mich, dass ich die Themen „Nachhaltig“, „Gesund“, „Natürlich“ und „Ausgewogen“ in meiner Kultur, in meinem Land, in meinem Umfeld richtig und rasta-like betrachte und danach handle! Und ganz am Ende, finde ich, benötigt man kein 53-seitiges Regelwerk für Ernährung mit Geboten und Verboten und dergleichen. Ich glaube, man kann diesen einfachen Leitsätzen folgen und sie in jeder Lebenslage einsetzen:


  1. Informiere dich, wie du dich gesund ernähren kannst und ernähre dich gesund! Du weißt, dass Zucker schlecht ist. Du weißt, das Fett nicht besonders gut ist. Du weißt, dass alles Künstliche nicht natürlich ist. Und du weißt, wie wichtig es ist, gesund zu sein. Also friss kein Junk-Food, verzichte auf ungesunde Lebensmittel und ernähre dich bewusst! Sei dir bewusst, was du deinem Körper zumutest, wenn du dir ne Pizza Salami mit doppelt Käse in die Parade fährst ;-) Oder 12 Bier trinkst …

  2. Handle natürlich! Denkst du, es ist natürlich, im tatsächlichen Sinne des Wortes, jeden Tag (oder sehr regelmäßig) Alkohol zu trinken oder ne Tüte Chips zu essen oder generell Lebensmittel mit künstlich hergestellten Zutaten zu essen / trinken und dergleichen?! Wohl kaum … Und das ist dir auch bewusst, wenn du ehrlich zu dir bist! Eine Hand voll Nüsse ist wohl viel natürlicher, als eine Hand voll Gummibärchen ;-) Handle also bewusst & natürlich und konsumiere ungesunde Dinge nur in Ausnahmefällen und nur in Maßen.

  3. Handle nachhaltig! Es ist nicht nachhaltig, in Deutschland im Dezember Erdbeeren zu essen. Es ist auch nicht nachhaltig, (täglich) Fleisch zu essen. Es ist nicht nachhaltig Lebensmittel in der Menge zu konsumieren, dass die natürliche Regenerationsfähigkeit nicht mehr möglich ist. Ich denke, du weißt, was ich meine.

  4. Entscheide bewusst! Täglich stehst du vor der Entscheidung, was du isst und trinkst. Triff diese Entscheidung bewusst! Nimmst du in der Kantine, die ungesunde Currywurst mit Pommes oder doch Couscous-Salat?! Trinkst du ein Glas Wasser oder einen Red-Bull? Du hast die Wahl – sei dir einfach bewusst über deine Entscheidung! Und hey, ne Currywurst oder Pommes müssen manchmal einfach sein, das ist ok. Aber sei dir bewusst, dass es ungesund und schlecht für deinen Körper ist!

Ich fahre mit diesem Konzept tatsächlich sehr gut! Es soll nicht um mich gehen, daher zähle ich dir jetzt nicht auf, was ich esse oder nicht esse oder trinke oder nicht trinke oder auf was in welcher Form verzichte, etc.


Ich möchte dich nur dazu einladen, auf deinen Körper zu hören. Sich auf das Natürliche zu besinnen und einfach kein Ausbeuter zu sein. Und das kann man überall auf der Welt, sogar in Deutschland. Niemand ist gezwungen, billiges Hackfleisch aus dem Discounter zu kaufen … Du hast die Wahl. Immer hast du die Wahl. Und ein Rasta entscheidet sich zur Natürlichkeit! Höre einfach auf deinen Körper – er sagt dir, was du wirklich brauchst!


Bless & Love


 



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